Das Mendlingtal

„Auf dem Holzweg“

Scannen0001Zeitzeuge Ernst Zettl unser Mendlingtal – Leben & Arbeiten

In unserer Region spielte die Eisengewinnung in früherer Zeit  durch den nahe gelegenen Erzberg in Eisenerz eine sehr große Rolle. Der Handel mit Erz und dessen Weiterverarbeitung war ein lukratives Geschäft. Über die Steirische/Niederösterreichische Eisenstraße verlief der Roheisentransport den sogenannten „Eisenwurzen“. Das kostbare Erz wurde verkauft, bzw. getauscht und die neu erworbenen Waren wieder zurück in Richtung Eisenerz transportiert.

Die Verarbeitung des Eisens war von jeher an Gewässer gebunden und so wurden Triftanlagen gebaut.

Wie funktionierte eine Triftanlage:

Der Rechen

Rechen Triftanlage

Rechen Triftanlage

Das lose schwimmende Triftholz wurde beim Rechen aufgefangen. Der Rechen besteht aus mehreren starken Stämmen. Dazwischen sind quer und leiterartig Hölzer aufgenagelt. Die Holzknechte zogen das aufgestaute Holz mit ihren Flößhaken in die angrenzenden Holzkanäle.

Die Klause

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Klause

Früher konnte nur an Bächen oder Flüssen mit großem Gefälle Holz getriftet werden. Mit der Errichtung von Klausen nützte man auch jene Wasserläufe, die zu wenig Selbstwasser führten. Klausen wurden immer in eine Talenge gebaut. Dadurch konnte das Wasser aufgefangen und gestaut werden. Der Klauskörper bestand aus Holz, Stein oder Beton. Das  Holz, welches unterhalb der Klause gelagert war, triftete beim Öffnen der Tore (=Schlagen der Klause) unter ungeheurem Getöse fort.

Die im Jahre 1951 errichtete Steinkastenklause vom Forstgutsbesitzer Staudinger war bis 1992 in Betrieb. Dann zerstörte das Hochwasser die ganze Anlage. Sie wurde wieder neu errichtet und 1998 wieder für die Besucher zugänglich gemacht.

Der Triftsteig

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Steig

Mit Floßhaken, Sapinen und Triftstiefeln ausgestattete Holzknechte waren in bestimmten Abständen über die Triftstrecke verteilt. Sie stießen angelandetes Holz wieder in den Strom des Triftwassers.

Oft verkeilten sich die Hölzer auf ihrem Weg zum Rechen. Die Holzknechte mussten nachhelfen, das Wirrsal zu lösen. Zu diesem Zweck wurden Triftsteige errichtet. Manchmal führten sie durch steile Schluchten und fasst senkrechte Wände. Die Arbeit war für die Holzknechte gefährlich. Nicht selten mussten sich die Trifter in enge Felsabschnitte hinablassen, um vereinzelt hängen gebliebene Hölzer aus den Bach- und Flussläufen zu entfernen.

Holz ein kostbarer Rohstoff um Eisen erzeugen zu können

In unmittelbarer Umgebung der Hammerwerke entstanden Kohlenmeiler um Holzkohle zu erzeugen, die hauptsächlich von Bauern als Nebenerwerb betrieben wurden. Diese dienten zur Beheizung der Schmelzöfen, Hammerwerke und Schmieden. Der Bedarf der Montanwerke war so groß, dass sogar die schönsten Nutzholzbestände in die Kohlenmeiler wanderten.

Als die Beschaffung der Holzkohle und der Lebensmittel nach Eisenerz immer schwieriger wurde, verlegte man die Verarbeitung des Roheisens ins Enns- und Ybbstal. In dieser waldreichen Gegend erlebte die Eisenindustrie einen großen Aufschwung.

Das Hammerhaus wurde im 17. Jhd. erbaut. Es diente als Wohnhaus für die Familien der Schmiede. In der Nähe des Hammerhauses stand einst der stattliche „Hammer“ der Hammerherren von Mendling. Der Großzerrenhammer wurde im Jahre 1544 von Paul Kerzenmandl erbaut. Er war auf die Verarbeitung von Hart und Graglach – so genanntem „Abfalleisen“ – spezialisiert. In der Nähe des Hammers standen Köhlerhütten und Kohlmeiler.

Das Zerrennen des Waldeisens

Die Schwierigkeiten des Roheisentransportes vom Erzberg zu den Hammerwerken im Ybbstal und die hohen Entstehungskosten veranlassten die Hammerherren schon frühzeitig, sich eine eigene Eisenerzbasis zu schaffen.

Ein solches Eisenerzvorkommen – so genanntes „Waldeisen“ gab es oberhalb von Hof am Scheibenberg, einem Ausläufer des Gamssteines, sowie am Eisenspitz. Versuche zum Abbau sind seit dem 14. Jh. bekannt.

Kontakt:

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Kassa Mendlingtal: +43(0)7484 7289
Gasthaus „Hammerherrenhaus“: +43(0) 7484 25125

 

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